Australien/USA 2008, 166 Min. R: Baz Luhrmann D: Nicole Kidman, Hugh Jackman, David Wenham u.a.
Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs reist die britische Aristokratin Lady Sarah Ashley nach Australien. Dort muss sie sich mit einem raubeinigen Viehtreiber verbünden, um die Rinderfarm ihres Mannes zu retten. Ihr gemeinsames Abenteuer führt das ungleiche Paar Hunderte von Meilen durchs unwegsame Outback bis nach Darwin: eine Reise, die ihr Leben für immer verändern wird.
Kinostart:
25. Dezember 2008 (Deutschland)
Verleih: Fox (Deutschland)
Erstellt
von Redaktion,
21.12.2008 2008-12-21
Geändert
von Redaktion,
27.09.2009
Pro
"Baz Luhrmann hat den tollkühnen Mut zur Verschwendung, den ungebrochenen Willen zur Naivität.", Peter Körte, FAS
Contra
"Was 'Australia' zum wahren Epos fehlt, ist das Quäntchen Mut, nicht nur gefallen zu wollen.", Hanns-Georg Rodek, Die Welt
Baz Luhrmann wechselt in seinem Epos die Tonlage sanft und zwingend vom anfänglich Komödiantischen ins Westerngenre bis hin zum Actionthriller so packend, dass man auch als Hochglanz-Abstinenzler gebannt in der Leinwand versinken muss.
Luhrmanns verkitschte Faszination für den Mystizismus der Aborigine-Kultur wird von denselben paternalistischen Rassismen gespeist, denen sein Film entgegenzuwirken vorgibt.
Baz Luhrmann tischt in seinem Coffeetable Movie bedenkenlos auf, was er aus der Filmgeschichte und überhaupt an filmischen Geschichten zu fassen kriegt: Liebe und Lüge, Küsse und Kanonen, Märchen und Magie.
Am Ende wünscht man sich, dass irgendjemand die Studiofenster aufreißt, um einen echten dreckigen Sandsturm über die adrette Wüstenwahlfamilie hinwegfegen zu lassen.
Kitsch? Natürlich, aber mehr noch: Luhrmann kombiniert Liebesschmonzette, Kolonialdrama, Westernsaga und Tourismuswerbung zu einer filmischen Pralinenmischung.
Dieses Land zwingt uns zur Konfrontation mit uns selbst
Luhrmann: Ich bewundere Leute, die realistisches Kino schaffen, aber mich interessieren all die Dinge, die möglicherweise unerreichbar sind, nach denen wir aber streben sollten.
Anke Sterneborg im Gespräch mit Baz Luhrmann, 29.12.2008