Deutschland 2008, 128 Min. R: Caroline Link D: Karoline Herfurth, Josef Bierbichler, Corinna Harfouch u.a.
Eliane Richter bittet den Maler Max Hollander, ein Porträt ihrer Kinder zu malen, der 22-jährigen Lilli, einer talentierten Tanz-Studentin, und des 19-jährigen Alexander, der vor einem knappen Jahr tödlich verunglückt ist. Der Maler bemerkt während der Sitzungen in seinem Atelier schnell, dass Lilli in großen emotionalen Schwierigkeiten steckt. Er versucht, die ehemals tiefe Verbindung der Geschwister besser zu verstehen. Es entsteht eine vorsichtige Annäherung zwischen den beiden und das Psychogramm einer komplexen Familie. Am Ende hat das Bild der Geschwister wenig mit dem zu tun, was sich Eliane ursprünglich erhofft hat und kann gerade deshalb den Weg ebnen für einen neuen Anfang.
Kinostart:
13. November 2008 (Deutschland)
FSK ab 12 J. Verleih: Constantin Film (Deutschland)
Erstellt
von Redaktion,
14.11.2008 2008-11-14
Geändert
von Redaktion,
27.09.2009
Auszeichnung
Deutscher Filmpreis 2009: Bester Film (Silber), Beste Filmmusik
Pro
"Im Kino ist eine große Entdeckung zu machen.", Peter Zander, Die Welt
Contra
"Zu viel Wille. Zu viel Gefühl. Zu viel Symbolik.", Christof Siemes, Die Zeit
Es gibt Filme, da weiß man nach fünf Minuten: Das wird nix mehr. Zu viel Wille. Zu viel Gefühl. Zu viel Symbolik. So ist es leider auch bei Caroline Links 'Im Winter ein Jahr'.
Das könnte eine wunderbare Spukgeschichte ergeben... Doch Links jüngster Film will Klarheit und Konkretes, fotografische Bilder in Ölfarben und keine Rätsel.
Der Film ist mehr intime Trauer- und Sühnearbeit als Melodram und macht es in seiner stillen Kühle dem Publikum nicht leicht. Die gereifte Herfurth aber ist überwältigend gut.
Caroline Link ist keine, die 'Druck macht', sie bewegt sich offen von Episode zu Episode, doch dieses schöne Vertrauen in die Eigendynamik ihrer Geschichte hat ihr diesmal kein Glück gebracht.