USA 2011, 138 Min. R: Terrence Malick D: Brad Pitt, Sean Penn, Jessica Chastain u.a.
Terrence Malicks "The Tree of Life" feierte bei den Filmfestspielen in Cannes 2011 seine Weltpremiere. Die Geschichte des Films, den man auch als Hymne ans Leben bezeichnen könnte, zeichnet die Entwicklung des elfjährigen Jack nach - einer von drei Brüdern in einer zentraltexanischen Kleinstadt Mitte der 50er Jahre.
Kinostart:
16. Juni 2011 (Deutschland)
Verleih: Concorde (Deutschland)
Erstellt
von Redaktion,
17.05.2011 2011-05-17
Geändert
von Redaktion,
15.12.2011
Auszeichnung
Festival de Cannes 2011: Goldene Palme
Pro
"Es ist, als habe man das Leben in seiner Essenz geschaut.", Susanne Ostwald, NZZ
Contra
"Ein cineastischer Totalschaden", Harald Peters, WamS
Das hier strebt nicht nach Schlusspointe und Abspann, das hier strebt nach Ewigkeit, will Kunst sein und ist es auch, ein Rätsel von langer Haltbarkeit, eine Bildersinfonie, ein langes Gedankenspiel...
Wie schon 'Der schmale Grat' ist es großer mythologischer Kitsch, der das Publikum glauben macht, der Weg zum Leben führe über den Tod, über Opfer und Leid. Gegen den Regisseur Terrence Malick ist Papst Benedikt ein Aufklärer.
Grandios und überwältigend ist das, was Malick da gemacht hat, auf jeden Fall. Niemand wird je sagen können, er habe die Pracht nicht gesehen; er findet sie in allem was er sieht, selbst in Grausamkeit und Verzweiflung und Verlust.
Hinterher, aus dem Kino kommend, mag man den Kopf schütteln über so schöne hirnverbrannte Hybris, vorher jedoch, wenn man ins Kino geht, gilt: Widerstand wäre zwecklos. Man muss sich von Malick überwältigen lassen.
Die Gegenüberstellung des Mikrokosmos der Familie und des Makrokosmos der Ewigkeit, die auf Drehbuchpapier verheißungsvoll ausgesehen haben mag, ist das Problem des 'Tree of Life'.
... visionär in seinem alles umspannenden Ansatz, riskant in seinem Verweben der kosmischen Erzählung mit der Geschichte einer Familie in Texas in den fünfziger Jahren, magisch in seiner Wirkung auf den Zuschauer...
So müssen sich Filmkritiker gefühlt haben, als sie zum ersten Mal Stanley Kubricks epochemachendes Werk '2001: A Space Odyssee' sahen: überwältigt und sprachlos.
In einem sich ständig verändernden Universum aus Bildern und Tönen, aus Szenen von Kindheit und Verlust, aus Gefühlen von Freude und Trauer, Leere und den ersten wie den letzten Fragen treibt man als Zuschauer durch diesen Film wie durch einen Fluss.
Man spürt, wie einem vor Schönheit die Augen übergehen, und ganz unvermeidlich denkt man sofort an Stanley Kubrick und seine Odyssee im Weltraum, an einen Trip zu den letzten Dingen.
Die Kinder bekamen kein Drehbuch, sondern spielten, was sie mit Terry besprochen hatten. Und wir Erwachsenen - sowohl die Schauspieler als auch der Kameramann - mussten dem Spiel der Kinder folgen.
Peter Beddies im Gespräch mit Brad Pitt, 16.06.2011